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Fleischskandal bei Lidl
Recherche-Aufnahmen aus den Ställen von Lidl-Lieferanten zeigen, wie Hühner für Lidl-Fleisch leiden.

Wo aufgenommen: Niedersachsen, Deutschland
Wann aufgenommen: Sommer 2022
In folgenden Lidl-Produkten zu finden: Frischfleisch der Lidl-Eigenmarken »Metzgerfrisch« und »Grillmeister«

Aufgedeckte Tierschutz-Missstände:

Qualzucht: Die Aufnahmen zeigen überwiegend ca. einen Monat junge Masthühner. Sie bewegen sich nur noch wenig und unbeholfen. Grund hierfür ist das angezüchtete extreme Wachstum bei den verwendeten Rassen, insbesondere der Schenkel- und Brustmuskulatur (»Hähnchenschenkel« und »Hähnchenbrust«). Knochen und Organe sind mit dem hohen Gewicht überlastet. Die Tiere sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Viele leiden unter Schmerzen und Knochendeformationen. Manche sterben an Herzversagen.

Hohe Besatzdichte, unstrukturierter Stall: Die Aufnahmen zeigen Ställe, in denen der Boden zum Ende der Mastperiode durchgehend mit Hühnern bedeckt ist. Für die Tiere gibt es weder Rückzugs- noch Beschäftigungsmöglichkeiten. Unter natürlichen Bedingungen sind Hühner den halben Tag in kleinen Gruppen unterwegs, um nach Nahrung zu suchen. In einem Stall wie hier leben Zehntausende dicht gedrängt und leiden unter Dauerstress und quälender Langeweile.

Damit Verbesserungen der Haltungsbedingungen etwas bringen, muss jedoch auch die Qualzucht eingeschränkt werden. Die schweren, teilweise extrem eingeschränkten Masthühner haben sonst wenig vom zusätzlichen Platz oder Beschäftigungsangebot.
Kranke und sterbende Tiere: Die Aufnahmen zeigen mehrere Masthühner, die auffällig den Kopf verdrehen, die sich nicht auf den Beinen halten können, die sterbend am Boden liegen und die Durchfall oder Erkrankungen des Kloakenbereichs haben. Durch Qualzucht, hohe Besatzdichten, das ständige Liegen in den eigenen Fäkalien und Dauerstress sind Masthühner besonders anfällig für Krankheiten. Eine gezielte tiermedizinische Behandlung ist jedoch nicht vorgesehen. Durchschnittlich 5 % der Tiere sterben dadurch qualvoll noch vor der Schlachtung. Solche Verluste sind von den Mastbetrieben fest eingeplant.
Rauer Umgang: Die Aufnahmen zeigen, dass Mitarbeiter immer wieder tote Hühner aus dem Stall sammeln. Dabei nehmen sie auch kranke oder verletzte Tiere mit, die panisch mit den Flügeln schlagen. Einige werden noch im Stall mit den Händen oder durch einen Schlag betäubt oder getötet, andere zappelnd herausgetragen. Mindestens ein Huhn bewegt sich noch, nachdem es auf eine Schubkarre mit toten Hühnern geworfen wurde. Außerdem uriniert ein Mitarbeiter in den Stall.

Medienberichte

Wo aufgenommen: Villamanrique de la Condesa, Spanien
Betriebe gehören zu: Grupo Sada und Pavo y Derivados (Padesa)

Aufgedeckte Tierschutz-Missstände:

Rücksichtsloser Umgang mit Küken: Beim Einstallen werden die Küken mit Schwung buchstäblich aus den Transportkisten geschüttet. Dabei können sie sich verletzen.

Tierschutzwidrige Tötung: Mitarbeiter schlagen kranke oder verletzte Küken mehrfach gegen einen Eimer, um sie zu töten. Die Ermittler:innen dokumentierten zudem, dass in einem Eimer ein noch lebendes Küken auf einem Berg toter Artgenossen saß, das diese Behandlung offenbar überlebt hatte. Es ist davon auszugehen, dass regelmäßig Küken überleben und noch einige Zeit schwer verletzt leiden, bevor sie schlussendlich sterben.

Brutales Verladen: Beim Ausstallen werden die Hühner von den Arbeitern geworfen, wie Fußbälle durch die Gegend getreten und, zum Teil auch mithilfe der Füße, in Transportkäfige gestopft. Eine Szene zeigt, wie ein Arbeiter auf ein Huhn einschlägt. Dieser Umgang erzeugt unnötige Schmerzen und Leiden bei den Tieren und stellt damit einen klaren Verstoß gegen europäisches Tierschutzrecht dar.

Kranke und sterbende Tiere: Die Aufnahmen zeigen diverse kranke Tiere, u. a. mit einer Schnabelverletzung. Durch Qualzucht, schlechte Haltungsbedingungen und den brutalen Umgang leiden die Hühner unter Krankheiten und Verletzungen, die nicht tiermedizinisch behandelt werden. Die Mastbetriebe kalkulieren damit, dass rund 5 % der Tiere bereits vor der Schlachtung sterben. Darauf weisen auch die vielen toten Tiere in den Aufnahmen hin. Ein Mitarbeiter erzählt, dass ein Hund, der draußen neben dem Stall angekettet ist, täglich zwei bis drei tote Hühner zu essen bekommt.

Qualzucht: Die Aufnahmen zeigen Masthühner mit gespreizten Beinen, die sich unbeholfen bewegen. Grund hierfür ist das angezüchtete extreme Wachstum bei den verwendeten Rassen. Insbesondere die Schenkel- und Brustmuskulatur sind extrem vergrößert (»Hähnchenschenkel« und »Hähnchenbrust«). Das führt zu Krankheiten und Verletzungen.

Hohe Besatzdichte, unstrukturierter Stall: Die Ställe sind mit Hühnern vollgestopft. Rückzugs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es nicht. Natürliches Verhalten ist so kaum möglich.

Wo aufgenommen: Lombardei, Italien
Wann aufgenommen: Sommer 2022
Betriebe gehören zu: AIA - Agricola Italiana Alimentare S.p.A. (Gruppo Veronesi)

Aufgedeckte Tierschutz-Missstände:

Rücksichtsloser Umgang mit Küken: Die schiere Masse der Tiere und die Bedingungen der industriellen Tierhaltung lassen Menschen schnell vergessen, dass es sich bei jedem einzelnen Huhn um ein leidensfähiges Lebewesen handelt. In dem Video schleudern Arbeiter die wenige Tage alten Küken aus den Transportkisten, teilweise auf bereits am Boden befindliche Küken. Ein weiterer Arbeiter scheint ein Küken mehrere Meter durch den Stall zu werfen. Ein anderes Küken wurde offenbar unter einer Tränke eingeklemmt und ist dort gestorben.

Tierschutzwidrige Tötung: Die Aufnahmen zeigen, dass Arbeiter:innen kranke und verletzte Hühner auf brutale und ineffektive Weise töten. Mehrfach ist zu sehen, dass Hühner am Kopf gehalten und herumgeschleudert werden, um ihnen das Genick zu brechen. Eine Arbeiterin drückt ein Küken an die Haltestangen der Tränken, um es zu töten. Ein Arbeiter schlägt mit einer Stange auf ein am Boden liegendes Huhn. Ob die Tiere tatsächlich tot sind, überprüfen die beobachteten Arbeiter:innen nicht. Es ist davon auszugehen, dass die Tiere bei diesen illegalen Methoden nicht immer sofort tot sind und daher manche Hühner noch einige Zeit leiden, bevor sie schlussendlich sterben.

Kranke und sterbende Tiere: Viele Hühner leiden sichtlich, erkennbar z. B. durch seitliches Liegen, schweres Atmen und apathisches Verhalten. Besonders verstörend sind Aufnahmen von Hühnern, die den Kopf unnatürlich verdrehen. Außerdem ist zu sehen, dass viele Hühner verklebte Kloaken haben, ein Hinweis auf Durchfall. Eine tiermedizinische Behandlung ist in keinem der Fälle vorgesehen. Kranke und verletzte Tiere werden, wie oben beschrieben, “notgetötet” oder sterben qualvoll, wenn sie unentdeckt bleiben. Auch sogenannte Rückenlieger verhungern, wenn ihnen nicht rechtzeitig geholfen wird. In den Aufnahmen sind mehrere unentdeckt gestorbene Tiere dokumentiert. Etwa 5 % Verluste sind in der Hühnermast fest eingeplant.
Qualzucht: Das massive Wachstum, das den Masthühnern angezüchtet wurde, überlastet deren Knochen und Organe. Insbesondere die Schenkel- und Brustmuskulatur sind extrem vergrößert (»Hähnchenschenkel« und »Hähnchenbrust«). In den Aufnahmen ist zu sehen, dass sich die Tiere nur schwerfällig bewegen. Manche der Hühner haben ihre Beine nach vorne oder zur Seite gestreckt und können offenbar nicht mehr aufstehen. Dies kann z. B. an Bein- und Rückendeformationen liegen.
Hohe Besatzdichte, unstrukturierter Stall: Wiederum ist zu sehen, dass die Hühner ihr kurzes Leben zu Tausenden in drangvoller Enge und ohne Rückzugs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten verbringen müssen. Ihr natürliches Verhalten können sie so kaum ausleben.

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